© (Kennel Kipazin)
aus dem Finnischen ins Englische von Ulla Kujanpää
aus dem Englischen von Harald Henning

Sie wollen einen Welpen kaufen? Meinen Sie, Sie sollten einige grundlegende Regeln kennen?

Lassen Sie sich immer den Stammbaum des Hundes zeigen. Selbst wenn Sie nicht alles verstehen, so können Sie doch erkennen, ob die selben Hund wieder und wieder im Stammbaum auftauchen und ob die Elterntiere sehr eng verwandt sind. Denken Sie daran: Inzucht erhöht das Risiko von Erbkrankheiten.

Prüfen Sie die tierärztlichen Befunde, insbesondere von Hüften und Augen. Sie geben Auskunft über die Qualität des Wurfs.

Schauen Sie sich, wenn möglich, beide Elterntiere in ihrer heimischen Umgebung an (ein Überraschungsbesuch führt hier zu besseren Ergebnissen). Viele Hunde sind darauf trainiert, sich auf Hundeausstellungen gut zu benehmen, aber ihr Verhalten kann außerhalb des Show-Rings völlig anders sein.
Bedenken Sie, dass Welpen grundlegende Verhaltensmuster von ihrer Mutter lernen. So ist bei Welpen einer ängstlichen Hündin das Risiko größer, dass sie selbst ängstlich werden. Das Verhalten von Welpen einer aggressiven Hündin kann leichter in Aggressivität umschlagen, als wenn die Hündin einen ausgeglichen Charakter hat. Dies wird gerne unterschätzt.
Oft hört man Züchter den Erfolg ihrer Hunde auf Ausstellungen betonen. Aber der erfolgreiche Hund von heute kann in einigen Wochen bereits einen zu schmalen Kopf o.ä. haben (selbst unter dem selben Richter). Man sollte den Ausstellungserfolg also nicht überbewerten. Und der Best-of-Breed kann durchaus ein Hund mit schwachen Hüften, Allergien und Grauem Star sein, der aber immer noch gut aussieht. Hundeausstellungen betonen das Aussehen des Hundes. Hieraus lässt sich nicht auf das Aussehen und die Gesundheit der Nachkommen schließen. Und es ist eine Tatsache, dass die meisten Hunde auf Ausstellungen erfolgreich sind, solange ihre Besitzer die Energie haben, von einer Ausstellung zur Nächsten zu laufen, von einem Richter zum Anderen und die Zeit aufbringen, das Aussehen des Hundes zu verbessern (es gibt Shampoos um verschiedene Fellfarben zu betonen; Pigmentschwächen können mit Tätowierungen verdecket werden; Zähne können gerichtet werden; Das Fell kann mit Gel und Haarspray aufgebaut werden, um einen Rundrücken gerade wirken zu lassen usw.).
Ein kranker Hund sollte niemals in die Zucht gehen. Die Nachkommen eines kranken Hundes sollten nicht gekauft werden. Wenn niemand die Welpen von kranken Hunden kauft, wird selbst der gierigste Züchter Hunde einsetzen, die zumindest gesund aussehen (wenngleich das Aussehen keine Garantie für einen gesunden Hintergrund sind).
Seien Sie besonders argwöhnisch, wenn die Welpen auffallend billiger sind als normal. Es kann sein, dass der Züchter nur überalterte Welpen loswerden will oder die Welpen eine Fehlzeichnung haben. Die Wahrheit ist, dass Qualität und Preis üblicherweise Hand in Hand gehen. Ein billiger Welpe könnte schlecht ernährt sein oder der niedrige Preis wird durch eine „Dauerproduktion“ von Welpen ausgeglichen. Was kann eine verbrauchte Hündin ihren Welpen geben und was für ein Leben führt ein Hund, der dauernd schwanger ist?
Bevor Sie kaufen, besuchen Sie die Welpen zuhause beim Züchter. Machen Sie einen Überraschungsbesuch; auch auf die Gefahr hin, niemanden anzutreffen. Unglaublich aber wahr: es gibt Züchter, die, wenn Besucher anwesend sind, die Welpen mit ins Wohnzimmer nehmen, und sie wieder in ihre Behausungen zurückbringen, wenn der Besuch gegangen ist. Kaufen Sie keinen Hund, der in der Ecke des Kuhstalles, einem dunklen Keller oder einem Hinterhof aufwächst, selbst wenn Sie Mitleid mit dem Welpen haben. Ein Welpe muss Zeit mit der Familie verbringen, damit aus ihm ein richtiger Familien-Hund wird. Jeder verkaufte Welpe bedeutet für den Züchter Geld, um sein Geschäft weiterzuführen.
Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, mehrere Welpen gleichzeitig zu kaufen oder einen neuen Welpen anzuschaffen, wenn Sie bereits einen noch sehr jungen Hund haben. Außer, Sie haben genug Zeit für beide, zusammen und getrennt. Zwei Hunde bedeuten mehr Ärger als einer und stellen doppelt soviel Unfug an. Aber ein gut erzogener 3 – 4 Jahre alter Hund kann durch sein eigenes Benehmen einem Welpen gute Manieren beibringen. Natürlich versuchen Züchter, die Schwierigkeiten haben, die Hunde zu verkaufen bzw. gute Plätze für sie zu finden, ihre Welpen an Leute abzugeben, die sie kennen und für gut befunden haben.
Kaufen Sie immer den Welpen, der Ihnen am meisten zusagt. Wenn Sie diesen nicht haben können, nehmen Sie nicht den Zweitbesten. Wenn Sie der Züchter zu einem bestimmten Welpen überreden will, verlangen Sie eine überzeugende Erklärung. Wenn Sie den Welpen, den Ihnen der Züchter zugedacht hat, trotzdem nicht mögen, , und Sie Ihren Favoriten nicht haben können, schauen Sie sich einen anderen Wurf an. Ein Welpenkauf sollte niemals so eilig sein, dass man nicht sorgfältig wählen kann. Wenn Sie keine Favoriten haben, fragen Sie den Züchter, welcher Welpen zu Ihnen passen würde. Aber verlangen Sie auch hier eine überzeugende Erklärung. Geben Sie sich nicht mit ein paar vagen Antworten zufrieden. Ein Welpe wird nicht immer mit guten Absichten verkauft.
Wenn Sie beabsichtigen, mit dem Züchter zu vereinbaren, dass er mit Ihrem Hund züchten darf, überlegen Sie sehr sorgfältig. Bedenken Sie, dass Sie mit dem Züchter die nächsten zwei bis vier Jahre auskommen und die Mühen der Welpenaufzucht überwinden müssen. Wenn die Zusammenarbeit mit dem Züchter klappt, haben Sie die beste Anleitung und erfahren Dinge, die sonst nie die Chance hätten zu lernen. Aber wenn  Sie in Schwierigkeiten kommen, liegen schwierige Zeiten vor Ihnen, bittere Konflikte werden sich kaum vermeiden lassen und möglicherweise brauchen Sie auch juristischen Beistand.
Ein Züchter, speziell einer, der seit Jahren nur eine Rasse züchtet, kann der ultimative Rasseexperte sein – oder ein Fossil, der nichts Neues hören will und der nicht glauben kann, dass irgend jemand anderes recht hat.
Bedenken Sie, dass es nicht normal ist, böse Gerüchte über andere zu verbreiten. Mischen Sie sich nicht ein, der Schuss kann leicht nach hinten losgehen.
Einige Züchter nehmen mit nur ein paar guten Hunden an verschiedenen Ausstellungen teil, erringen so Nominierungen für den „Züchter des Jahres“ und bejubeln dann alle ihre Hunde. Fallen Sie nicht darauf herein. Prüfen Sie, wie viele Hunde hinter diesem Titel stecken und wie viele Hunde nie erfolgreich waren bzw. nie auf Ausstellungen angetreten sind.
Seien Sie vorsichtig, wenn der Züchter andauernd mehrere Würfe gleichzeitig oder das ganze Jahr über Würfe hat. Es könnte sein, dass der Züchter nicht für jeden Wurf und jeden einzelnen Welpen genug Zeit hat, um sie an normale Behandlung (streicheln, Nägel schneide, bürsten usw.) zu gewöhnen. Sie sollten auch überlegen, ob der Züchter später Zeit für die Fragen und Geschichten der Welpenbesitzer hat. Gibt es, wenn benötigt, Unterstützung, Verständnis und Hilfe? Unglaublich, aber manchen haben Zeit für all das. Trotzdem, manchen haben diese Zeit nicht.
Amateurzüchter, die nur hin und wieder Würfe haben, mögen nicht das Wissen und die Erfahrung eines Profizüchters haben. Aber sie haben üblicherweise mehr Zeit und Begeisterung für ihre Würfe und größeres Interesse an den Welpenkäufern auch wenn der Hund bereits älter ist und auch kein großer Show-Star wird.
Selbst wenn Sie „nur“ einen Familienhund suchen, vergessen Sie das oben gesagte nicht. Wenn der Hund krank ist (ob Körper, Geist, Knochen), werden Sie mit ihm nicht viel unternehmen können und das Leben mit einem solchen Hund kann schwierig sein. Die Rechnungen für Tierarzt oder Hundetrainer könnten immens sein und schließlich könnte alles in Tränen enden. Kaufen Sie einen Welpen von gesunden Elterntieren und von einem Züchter, den Sie als zuverlässig kennen gelernt haben (vergessen Sie kleine Schönheitsfehler, solange Sie keinen Ausstellungshund haben möchten).

Sie brauchen ein kleines Stückchen Glück und eine große Menge Arbeit, um den für Sie idealen Hund zu finden.