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© Ulla Kujanpää Mein Frauchen hat immer noch nicht gelernt ohne Leine zu gehen. Ist das zu glauben? Es stimmt, daß wir in der Hundewelt ein Sprichwort haben „Ein alter Mensch lernt keine neuen Tricks“, aber ich habe mein Frauchen immer für intelligent genug gehalten, um ohne Leine gehen zu können. Ich meine, mein Frauchen hat ja einen Abschluß von einer Schule für Menschen. Obwohl man ihr dort offensichtlich nicht das geringste Gehorsamkeits-Training hat angedeihen lassen. Ich muß sie wild mit den Pfoten stupsen, bis sie begreift, daß sie mit mir spazieren gehen soll. Es ist so fürchterlich peinlich, mit einem Erwachsenen an der Leine auf die Straße zu gehen. Glücklicherweise kann Frauchen im Park immer alleine gehen, aber aus irgendeinem Grund muß sie sich immer an mir festbinden, wenn wir eine Straße überqueren müssen. Und bevor wir über die Straße gehen sagt sie immer „Stop“ und bleibt stehen, obwohl ich bereits weitergegangen bin. Manchmal muß ich die Leine in die Schnauze nehmen, und sie über die Straße ziehen! Genauso muß ich Frauchen an die Leine nehmen, wenn sich uns ein fremder Hund nähert. Anderen erklärt Frauchen, daß ich so eine Angst vor anderen Hunden habe, daß ich davonlaufen könnte und sie mich deswegen an die Leine nimmt. Ha! Es war nur einmal, daß ich mich vor diesem Collie gefürchtet habe und auf die Straße gerannt bin. Und das ist schon zwei Monate her! Ich glaube, daß Frauchen selbst Angst vor anderen Hunden hat und darauf vertraut, daß ich sie mit meinen 10 Kilo Lebendgewicht verteidige. Ich habe mir überlegt, ob ich Frauchen an die Leine nehme, wenn wir Kindern begegnen. Sehen Sie, Frauchen ist Kindern gegenüber äußerst aggressiv. Jedesmal wenn ein Kind schreit: „KANN ICH DEN HUND STREICHELN?“, ruft Frauchen: „NEIN, KANNST DU NICHT!“. Gestern war ich verwirrt, als ein Kleinkind auf uns zugerannt kam. Frauchen stürmte davon und rief: „Repu, komm her“. Ich mußte hingehen und sicherstellen, daß sie nicht in Schwierigkeiten geriet. Ich wäre gerne geblieben und hätte erklärt, daß ich nicht aggressiv gegenüber Kindern bin, Frauchen aber sehr wohl. Nun ja, schuld war jedenfalls der Kinder-Besitzer. Warum läßt er überhaupt sein Kind mit ausgestreckten Armen auf uns zulaufen. Er hätte bedenken müssen, daß manche Leute Kinder nicht mögen. Mein Frauchen bringt zu ihrer Verteidigung eine genetische Mutation vor. Nach ihrer Aussage hat die Mutation ihr Kinder-Pflege-Gen durch ein Welpen-Plege-Gen ersetzt. Was mich am meisten beunruhigt ist, daß sich Frauchen mit dem Gedanken trägt, einen zweiten Hund anzuschaffen. Dann werden uns die Leute höchstwahrscheinlich auslachen, wenn zwei junge Mädchen eine große Frau hinter sich herziehen. Wie um alles in der Welt schaffe ich es, daß Frauchen zur Besinnung kommt und ohne Aufsicht spazieren gehen kann? Fragt Repu der Kromi |